Der sechsunddreißigste Tag

Wieder Fahrtag. Wieder früh aufstehen, aber nicht so früh wie Jean-Ives, den wir nur ein einziges Mal nach dem Fahrradabhohlen getroffen haben. Nach dem Raussuchen der Verbindung haben wir dann festgestellt, dass wir entweder 2,5 Stunden oder 15 Minuten vor Abfahrt im HBF sind. So haben wir uns für den Früheren entschieden und so leicht gestresst in 10 Minuten Couscous mit Gemüse gemacht. Dann wurde zum Bahnhof geschritten und da das richtige Gleis (von zweien) rausgesucht und das auch noch bei einer wartenden Studentin verifiziert. Die nette Bahnangestellte hat uns dann in der Minute der Zuganbuhr mitgeteilt, dass ein Bus den Schienenersatzverkehr übernimmt. Ist ja wie ganz am Anfang. Das haben wir dann auch unserer Studentin mitgeteilt, die das noch nie hatte. Mit der und einigen anderen haben wir dann auf den Bus gewartet, der ziemlich lange nicht kam. Irgendwann hat die Nette dann angeboten, dass ihre Mutter sie bald abholt und uns mit zu der Zug Station nehmen könnte, von der aus unser Zug nach Bordeaux fährt. Das haben wir dankend angenommen, dann kam allerdings schon der Reisebus nach Biganos, in den sie reingekommen ist und wir nicht (der war voll). So waren wir mit einigen überforderten FranzosInnen wieder vorm Bahnhof und haben erleichtert festgestellt, dass ein zweiter Bus nach Biganos gerade kommt. In dem konnten wir mitfahren, der junge Busfahrer hat sein Bestes gegeben und seine Unterlippe hat mit seinen Nerven gelitten, die paar Wendemanöver in einigen Kreiseln und Ministraßen, die nicht für Busse dieser Größe ausgelegt und beparkt waren hätte ich natürlich easy hinbekommen. Irgendwann waren wir dann jedenfalls in Biganos und mussten nur 20 Minuten warten, bis es nach Bordeaux ging. Da haben wir dann in einem Park nahe dem Bahnhof gechillt, gegessen, die Skater und Lesenden beobachtet und uns über das schöne, diverse Parkdesign gefreut. Zum TGV sind wir dann problemlos gekommen, die schwerbewaffneten Polizeibeamten haben uns dann sehr nett unseren Waggon gezeigt, in dem wir gut, aber nicht so gut, wie für 20€ pro Reservierung erwartet, saßen. Na die Zeit ging trotzdem um und irgenwann waren wir dann in Paris. Beim Betreten befanden wir uns in gemischten Gefühlen, weil Christel, die unsere Wohnung hier vermietet, irgendwie kacke rüberkam und meinte es gäbe kein WLAN. Nun, beim Ankommen stellt sich Christel nicht als 65 jährige, verbitterte Karen raus, sondern als eine ein bisschen von Technik überforderte, 39 jährige nette Frau, die sogar ein bisschen Englisch spricht. So wurden wir in der Wohnung direkt sehr positiv überrascht. Nach dem Einkaufen und Burgerverspeisen haben wir dann noch ordentlich rausgesucht, was wir Alles machen wollen und sonst nicht mehr viel. Noch erwähnen möchte ich die vielen, wirklich vielen Menschen, von denen durchaus einige wirklich coole und auch wirklich ausgefallene Kleidungsstile haben, die es richtig lohnt anzugucken.

Der fünfunddreißigste Tag

Die Düne soll schön sein, deshalb geht es nach La Teste. Jean-Ives hat da eine Wohnung, in der wir schlafen können. Also ging es morgens nach Packen und Essen und Verabschieden (we’ll keep enjoying, Pablo) zur Straßenbahn, um zum Bahnhof zu fahren. Die haben wir gerade so bekommen und haben nur 5 Leute von Ticket kaufen abgehalten. Die gute Straßenbahn hat nach zwei Stationen alle rausgeschmissen, Technische Probleme oder so, in deux minutes käme aber eine andere. Wir hatten leider nur drei Minuten Zeit umzusteigen und die Straßenbahn 1 Minute Verspätung, weshalb uns das dezent gestresst hat. Der Stress war auch begründet, da der Zug wahrscheinlich genau dann abgefahren ist, als wir aus der Straßenbahn gestiegen sind. Das war sehr nervig, der nächste kommt aber in einer Stunde, so wurde vor dem Bahnhof gewartet. Im Zug wurden dann zwei Stationen vor La Teste die Tickets kontrolliert und Paulas Interrailpass war für den Tag trotz vorherigen Akrivierens nicht aktiviert. Dafür hatte der freundliche Bahnmitarbeiter leider kein Verständnis, sie solle nächstes mal more careful sein und jetzt 50€ Strafe zahlen. Das hat sie dann sehr mitgenommen, weil sie den zusammen mit mir aktiviert hat und der beim Bahnsteigbetreten schon flüchtig kontrolliert wurde und 50€ für uns jetzt schon echt viel sind. Das hat dann ein bisschen auf die mood für den Tag geschlagen. Wir sind aber trotzdem mit ausgeliehenen Fahrrädern die 7km zur Dune du Pilat gefahren und haben da den Sonnenuntergang bestaunt. Die Düne ist einfach ein riesengroßer Sandhaufen, der so aussieht, als ob ein bisschen Sahara an die Atlantikküste Frankreichs geworfen wurde. Temperaturtechnisch war es auch sehr ähnlich zu der Sahara in der Nacht, sodass wir den recht bewölkten, kalten Himmel nur rund 45 Minuten admiriert haben. Das war trotzdem sehr schön und das Baguette schmeckt auch gleich ganz anders wenn man da oben chillt. Auf dem Rückweg zu den Rädern habe ich dann meine eine Socke verloren, wir dachten beim Herunterrennen der Düne, aber dem war nicht so. Ich habe auch nicht ausversehen einen Hauselfen befreit, sondern die auf den letzten Metern im Sand verloren, ebenso wie wir unsere Körperwärme auf der Rückfahrt. Es war trotzdem sehr befreiend mal wieder Fahrrad zu fahren für mehr als 10 Minuten. Nicht so befreiend war der Versuch Plätze im TGV nach Paris zu reservieren, nach zahlreichen Versuchen haben wir dann eine Webseite gefunden, wo das geht, das klappt auch alles gut, bis unsere Passnummern nicht akzeptiert wurden und da kann man halt auch nichts machen. So müssen wir das morgen hoffentlich in La Teste im Pipibahnhof machen.

Der vierunddreißigste Tag

Der letzte richtig Bordeauxtag wurde wieder köstlich begonnen mit Kaffee, den Noah zaubern durfte, was unglaublich cool ist, weil Milch mit diesem Dings aufschäumen sich sehr professionell anfühlt. Ebenso köstlich war unser Zusammensein mit unseren Hosts mit denen wir uns weiter unterhalten haben. Nach dem Frühstück habe ich noch in der Dusche, deren Vorhang so auf Schlüsselbeinhöhe endet, geduscht und dabei Martina und Robert auf dem Balkon beobachtet. Da heute Samstag ist, ist Markt im Marcé des Capucins. Der ist deutlich schöner als der in Barcelona, auch ein bisschen weniger voll und ein gutes Stück kleiner. Es gibt aber wieder Stände mit allem, hier aber eher Lebensmittel und ein bisschen Kaffee und weniger fertige Speisen. Da sind wir ein wenig herumgeschländert und haben Petersilie an einem Kräuterstand gekauft, der einfach wunderbar gerochen hat nach Thymian, Rosmarin, Zitronenmelisse und anderen Kräutern. Da die Cornflakes morgens schon ziemlich leer waren haben wir nach dem Markt an der Garonne nur ein bisschen geschrieben und gehäkelt und sind dann erstaunlich günstig Pizza essen gegangen, direkt vor dem Markt. Die war gut, ich würde sie von der Qualität so bei der in Porto einreihen, der Rand war besser, der Boden und Käse aber nicht so gut. Dann wurde die Petersilie nach Hause gebracht und Second Hand geshopped. Wir haben einige volle und sehr volle Läden besucht, in denen entweder coole teure oder nicht so coole nicht so teure Sachen waren, sodass wir wieder nichts gekauft haben. Im Dr Martens Store wurden wieder einige Schuhe anprobiert und geweint, weil es Sinclairs nicht in 46 gibt. Zum Abendmahl wurde dann ein Kartoffel-Linsen-Paprika-Eintopf zubereitet, den Pablo mit 7½ von 10 bewertet hat. Mit dem und Katy haben wir an diesem Abend wieder geredet über Zusammenkommensgeschichten, Vegetarismus und Veganismus, Freiheit, was man so erlebt hat und unsere Leben, sowie Martina und Robert, die zwar immer auf den Balkon machen, die aber inzwischen die einzigen sind und deshalb schon ins Herz geschlossen wurden.

Der dreiunddreißigste Tag

Zu Beginn möchte ich kurz das interessante Gefühl erwähnen, weil wir jetzt schon in Paris sind und der Tag echt nicht weit zurück liegt und sich aber echt weit weg anfühlt. Es ist jedenfalls schön aus einem Pariser Café in die belebte verregnete Straße schauend an die sonnigen, schönen Tage Bordeaux‘ zu denken. Der richtige zweite derselben hat jedenfalls wieder mit Cornflakes gestartet und einem Kaffee von Katy (die Katelin heißt), der einfach richtig gut war. Die haben so eine Kaffeemaschine, mit so einem Wasserdampfmilchaufschäumer und einen eigenen Blender für Kaffeebohnen. Die Baristahafermilch hat den Kaffee jedenfalls hervorragend abgerundet, sodass derselbe mild, leicht süßlich und lecker kaffeeig geschmeckt hat. Vorzüglich einfach. Geschmacklich nicht annähernd so vorzüglich, vom Aussehen her aber in der gleichen Preisklasse war dann Saint Seurin, eine Basilika mit sehr hohen Schiffen und einem schönen Lichtgaden, der nach den Bomben der Deutschen im WWII neu gemacht wurde und das wirklich gut. Auch die Krypta, die irgendwie in der Mitte der Kirche und nicht unter der Heiligkeit war, war sehr spannend, weil die glaube ich noch deutlich älter ist, mit richtig alten Sakrophagen. Noch älter als die Dinger waren dann die Ruinen vom Palais Gallien, die im 3. Jhd. schon verlassen wurden. Das war früher, vor so 2000 Jahren mal eine richtige Arena, die auch echt groß war, davon sind aber nur noch ein paar Bögen übrig, war trotzdem spannend. Auch dass die dann irgendwie um 1600 weiter abgebaut wurden und die Umgebung bebaut wurde und die erst viel später als kulturell wichtig befunden wurden. Anyway, nach dem Besuch der Ruinen wurde die Reise fortgesetzt mit dem Jardin Public, der (überraschenderweise) ein öffentlicher Park ist, um den viele Wohnhäuser mit sehr schön anzusehenden Fassaden stehen, in dem wir eine Zeit lang gehäkelt und geschrieben haben, bis wir uns auf den Rückweg gemacht haben. Der hat sich durch ein Baguette- und Bananenverzehr vor einem echt guten Straßengtarristen noch verzögert. Dann Zuhause wurde sich eine Kartoffel-Bohnen-Pfanne gezaubert, die überaus wohlschmeckend war. Also wirklich ÜBERAUS. Nach einer Vardauungspause wurde wieder über die Ponte gestepped, die übrigens 17 Bögen hat, für jeden Buchstaben von Napoleons Namen einen. Was Pierre dann in dem Namen macht weiß ich auch nicht, Mensch Pierre!! (Nachtrag, Pierre hat damit nichts zu tun, das heißt einfach nur Stein, weil das da so ein innovatives Baumaterial war lol). Wir wollten des Abends noch zu Darwin, einem Projekt von so einer Gruppe, die alte Lagerhäuser restauriert und restaurant haben. Da gibt es jetzt Cafés, eine Fahrradwerkstatt, ein Restaurant und viel Platz zum chillen und für Veranstaltungen. Das ist jedenfalls alles echt richtig malerisch gestaltet mit Couches und einem großen Holztictactoe und Vier gewinnt. Das haben wir auch beides ausprobiert und festgestellt, dass TicTacToe sehr schnell langweilig wird und vier gewinnt nicht. Als wir genug getictactoed hatten sind wir mit den geliehenen Stadtfahrrädern nach einem kurzen Uferbesuch der Garonne wieder in die Innenstadt gefahren, weil wir zum Abend in der Stadt was essen wollten. Es ist letztendlich auf sehr leckere Falafelsandwiches hinausgelaufen, die keine Sandwiches sondern Dürüms waren. Die wurden dann vor unserer Wohnung auf dem Place Fernand Lafargue gegessen, währen wir das Treiben und den in der Mitte von dem auf dem Boden schlafenden Mann beobachtet haben, der irgendwann von einer nach Geld fragenden Frau um eine Pommes bestohlen wurde.

Der zweiunddreißigste Tag

Nach einer Nacht in dem maximal 1,70 m hohen Dachgeschoss unserer Bordeauxer wurden sich zum Start so Schokocornflakes oder so genehmigt, sogar mit Sojamilch und nicht Wasser. Dabei wurde sich dann das wieder ein bisschen mit Pablo und Katy unterhalten, die wirklich sehr coole und offene Menschen sind. Danach sollte es dann in die Innenstadt gehen, sogar bei gutem Wetter. Dabei wurde sich an dem für uns gemachten Plan orientiert und regelrecht ein kleiner Rundgang gemacht. Dafür sind wir erst mal weiter in die Innenstadt gedrungen zur Cathédrale Saint-André, die so schick gotisch ist mit verzierten Fenstern, einem coolen Portal und einem Turm, der einfach neben der Kirche steht. Die ist echt nice. Schon da fällt uns beim herumlaufen auf, dass so viele Leute so schöne und unterschiedliche Styles haben, dass es richtig Spaß macht herumzugucken. Da der Place des Quinconces auch supertoll sein soll und wohl irgendwie einer der größten Plätze aus Europa ist, sollte das der nächste Punkt werden. Es war dann ein bisschen enttäuschend, dass das wirklich einfach nur so eine große Sandkiesfläche mit nichts drauf ist und Bäumen rum und vielen Baustellen darauf. Der Brunnen an der Spitze des Platzes war so das Highlight von dem, der war nämlich mit einer übel hohen Säule in der Mitte mit einer Skulptur drauf und auch unten noch einigen Bronzemenschen. Na, nachdem uns das nicht so abgeholt hat haben wir es mit dem Miroir d’eau versucht, der ein großes, flaches Wasserbecken ist, in dem sich die umliegenden Gebäude spiegeln (So ein fancy Museum und ein Palast). Daneben gab es noch einen schmalen Park, mit viel Begrünung und sehr schönen Laternen, deren Schirme aus kunstvoll ausgeschnittenem Metall sind. Das war schon nice, wenn aber die Kackkinder und nervigen Erwachsenen nicht die ganze Zeit dadurch laufen würde wäre die Spiegelung sicher noch schöner. Ist trotzdem ganz sehenswert. Dann überkam uns der Hunger und wir haben uns auf zu unserer Wohnung und Salat gemacht, der zusammen mit den übrigen Nudeln verspeist wurde. Ganz abends haben wir uns dann noch einmal raus auf die Pont de Pierre gewagt und sind sogar ein bisschen am anderen Ufer langspazier. Das haben wir dann aber als Nichts für uns an diesem Abend befunden und haben uns wieder zurück begeben, um mit Couscous und Gemüse gefüllte Paprika zu kochen. Wieder einmal haben wir uns weiter mit Pablo und Katy unterhalten, mit denen das Zusammensein immer lockerer wird.

Der einunddreißigste Tag

Mittwoch ist Fahrtag. Der wieder um halb 6 beginnt. Also wie gewohnt packen, essen, loslaufen. Das finden des richtigen U-Bahn Eingangs war kurz noch stresserregend, hat dann aber geklappt. So sind wir erst nach Chanmartin und von da aus weiter nach Bilbao gefahren. Auf der Fahrt haben wir quasi nur genapped, weil wir doch ziemlich müde waren. In Bilbao haben wir dann auf den Plaza Nueva die zweite Hälfte Tagliatelle mit Tomatensoße verspeist. Da haben wir dann auch die erstaunlich vielen Touristen und Walkingtourer bewundert, ich meine was will man in Bilbao? Das einzig herausragende sind wohl die coolen E-Busse, die Bilbobus hießen und mich so an Maxims Surface erinnert haben. Wir haben uns jedenfalls schon bald weiter auf zum Bahnhof gemacht, von dem wir noch zum Busbahnhof kommen mussten, weil der zweite Teil der Reise wieder geflixbust werden sollte. Dafür mussten wir Bahn fahren, weil wir (sehr leider) keine Zeit mehr für die 33 Minuten Fußweg hatten. Das tolle wiederverwendbare Ticket hat tolle 2,70€ pro Person gekostet, was sich für 10 Minuten Zugfahrt sehr gelohnt hat. Anyway, im Bus haben wir uns dann für die 6 Stunden häuslich eingerichtet, die haben wir mit schlafen, lesen, schreiben und häkeln verbracht. Außerdem konnten wir immer wieder die überaus beeindruckenden Felsformationen bewundern, es gibt auf dem Weg nämlich so richtig senkrechte crispe Hänge, was wie in einem Videospiel aussieht. In Bordeaux angekommen sind wir dann mit der Straßenbahn in Richtung unseres Appartements gefahren und sind die letzten Meter zu Fuß gelaufen und sind dabei direkt an einem von Bordeaux‘ schicken Toren vorbeigekommen. Im Airbnb wurden wir dann von Pablo und Katy willkommen geheißen, die uns einfach direkt die Stadt erklärt und uns einige schöne Orte markiert haben und generell sehr entspannte und gut englissprechende Menschen sind. Katy kommt auch ursprünglich aus Boston und Pablo aus Spanien, sodass sie beide recht internationale Leute sind. Sie sind auch beide Veganer und klein.

Der dreißigste Tag

Jetzt geht es mit den Tageszahlen los, von denen ich bei „Der erste Tag“ dachte, dass die dann schon echt groß sind. Heute ist unser einziger Tag in Madrid. Es sollte ein schöner werden. Nach bekanntem Frühstück haben wir uns in die sonnige Stadt aufgemacht. Dafür hatte ausnahmsweise ich mal ein paar schicke Sachen rausgesucht. So ging es erst auf den Plaza Mayor, der überraschenderweise ein großer Platz war, mit so einem schönen Arkadengang außenrum. In der Mitte gab es auch wieder eine hübsche Reiterbronze und generell war der Platz und die Straßen, in die wir vom Platz aus gucken konnten, echt hübsch. Eigentlich wollte ich uns dann zur Air Crash Sculpture führen, ich hab den Punkt aber bei Maps übersehen, sodass es dann in das Barrio Latina ging, was ein wenig abseits davon lag. Da gab es dann neben schönen Straßen und Häusern nicht viel, sodass wir uns weiter zum Las Vistillas Garden begeben haben. Das ist so ein kleiner Park, der auf der Secret Things to do in Madrid Liste war, in dem voll viele Familien chillen. Generell war es da irgendwie sehr friedlich und vergleichsweise ruhig. Da wurden dann die Schokocroissants und der Apfel hinuntergegobblet und sich über die Friedlichkeit des Ortes und die Art und Weise, mit der Kinder die Welt betrachten, unterhalten. Wir hatten auf dem Weg schon einen anderen Park gesehen, zu dem sind wir dann zwar nicht gegangen, aber zu einem anderen mit einem Teich mit Springbrunnen in der Mitte. Da haben wir uns dann auf dem marmornen Teichrand gesetzt und das Wetter, die Umgebung und unser Leben genossen. Die bereits von uns von den beiden Parks aus gespottete Almudena-Kathedrale war dann unser nächster Stop, die war einfach ein riesen Komplex, von innen waren die Decken aber alle ziemlich niedrig und es war trotz der weißen Steine ziemlich dunkel. Seltsam waren irgendwie die ganzen Grabplatten im Fußboden und der gesamte Innenaufbau, weil der quasi ein Säulenwald war. Die war jedenfalls sehr kühl und somit schön. Den Könishauspalast haben wir irgendwie ausversehen übersprungen, dafür sind wir dann doch noch zur Air Crash Sculpture gegangen und damit unsere Mini Barcelona Rundtour abgerundet. Nach Tomaten-Mozzarella-Baguette ging es dann noch einmal auf die Straßen, es war dann schon dämmerig und so konnten wir Madrid noch einmal in einem anderen Licht erleben. Mit den ganzen Leuchtschildern und den Auto- Roller- und E-Scooterlichtern sah die Stadt gleich ganz anders aus, hat uns aber immer noch überraschend gut gefallen. Insgesamt mag ich Madrid deutlich lieber, als Barcelona, weil es irgendwie in den einen Straßen richtig süß ist mit hübschen Häuserzeilen und hellen, begrünten Plätzen und in es den anderen Straßen das weitläufige, geschäftige Treiben der Großstädtler zu sehen gibt. Die ganzen Geräusche und Eindrücke würde mich nach einigen Tagen glaube ich ganz schön stressen, so für ein paar Tage Stelle ich mir Madrid aber sehr schön vor. Naja, auf unserem Abendspaziergang sind wir auch noch an der Bank of Spain vorbeigekommen, die für Tokio wohl eher die Bank of Pain war. Trotzdem wurden dann grüne Tagliatelle mit Tomatensoße gegessen.

Der neunundzwanzigste Tag

Adeus Porto. Ab heute sind wir keine Porto-Gals mehr. Heute soll es nach Madrid gehen, die Stadt, in der wir nur sind, weil wir da eh durch müssen, deshalb gibt’s auch nur zwei Übernachtungen da. Der Zug fährt um 8:13 Uhr, die U-Bahn noch früher. So wurde um 6 aufgestanden, gefrühstückt und zu Ende gepackt, es war dann doch wieder knapp und so wurde mit großen Schritten zur U-Bahn marschiert. Da hat dann aber alles geklappt und die Fahrt zum ersten Stopp Vigo lief spitze. Da angekommen wollten wir in den 55m Umstiegszeit schon den Zug von Pontevedra, dem zweiten Stopp, nach Madrid buchen. Nun, der von Pontevedra war schon ausgebucht, es gibt aber noch einen von Vigo aus um 17:08 Uhr. So hatten wir dann von 11:38 Uhr bis 17:08 Uhr Zeit, das schöne Vigo zu genießen mit knapp 30kg Gepäck. Deshalb wurde sich erst 2 Stunden in ein Café nahe dem Bahnhof gesetzt und geschrieben und gelesen. Als wir meinten, dass es dreist wäre noch länger zu bleiben haben wir uns auf gemacht in einen grünen Fleck auf Maps, der sich als in ordnunger Park mit so einer großen Schwimmerskulptur, die im Beton schwimmt und sehr alt aussehenden Olivenbäumen entpuppt hat. Da wurde dann der Rest der Wartezeit verbracht und sich dann mit viel Luft auf den Weg zum anderen Bahnhof gemacht, von dem unser Zug fahren würde. Der Weg hat sich als beschwerlicher als erwünscht erwiesen, nach einem fixen Einkauf haben wir uns nämlich mit 8.849 Höhenmetern Treppen konfrontiert vorgefunden. Die wurden dann in der scheinenden Sonne zurückgelegt, bis wir endlich in der Mall in den Zugbereich gekommen sind. Nachdem sich da zurechtgefunden wurde ging es auf Richtung Madrid. Die 4h 44m gingen dann ganz gut um und um 22 Uhr in Madrid haben wir sogar einen Zug nach Sol gefunden, der Haltestelle in der Nähe unseres Airbnbs. Aus besagter Station rauszukommen war erstaunlich schwierig, die war nämlich näher am Erdkern, als an der Erdoberfläche, so wurden wieder einige Treppenhöhenmeter zurückgelegt, diesmal erfreulicherweise mit Rolltreppen. In Madrid auf dem Weg zum Airbnb haben wir dann bemerkt, dass Madrid echt groß ist, so mit richtig breiten Straßen und Plätzen, die von der Größe und Fülle an Menschen an das Times Square erinnern. In unserer Wohnung, die eigenetlich Giselle gehört, sind in zwei anderen Zimmern noch andere Airbnbler, denen sollten wir aber überhaupt nicht begegnen. Ihre Wohnung riecht ein bisschen nach so Wohnungsparfum, ist aber ganz nett eingerichtet und unser Zimmer ist toppi. Nach grünen Tagliatelle wars das dann für den Tag.

Plastiktüte in bedruckter Papiertüte: #PLASTICFREE, PLEASE SAVE THE PLANET

Der achtundzwanzigste Tag

Da die Flocos dê aveia von mir in Lissabon vergessen wurden haben wir uns zum Frühstück Toast mit Aufstrich genehmigt. Im Anschluss daran sollte es dann zur São Bento Station gehen, einem Bahnhof, der von innen mit massig angemalten Fliesen ausgestattet war, die irgendwie die Geschichte Portugals erklärt haben. Das war wirklich beeindruckend, weil die gefühlt 7m hohen Wände komplett zugefliest waren und das halt einfach ein riesiges Gemälde war. Da es wieder so warm war haben wir uns dann auf zu einem „schattigen Park“ gemacht, der indeed schattig war und auch sonst ganz süß. Es gab wieder so einen Betonschalenseen und viele Bäume und Grünflächen, sodass da eine schöne Atmosphäre war. Da haben wir dann eine halbe Stunde Pause gemacht und festgestellt, dass wir jetzt 4 Wochen lang keinen einzigen Gammeltag hatten, obwohl wir Gammeltage eigentlich echt mögen. Hier hat man dann aber immer das Gefühl was zu verpassen. Deshalb wurde dann weiter durchgezogen, Pastéis de Nata aus einer Manteigaria probiert, was sehr viel knuspriger und wärmer und leckerer als das letzte war, eingekauft und Spinatspaghetti gekocht, obwohl es für Mittagessen eigentlich schon zu spät war. Aufgrund der geplanten Pizzagönnung an dem selbigen Abend wurde dann Pizzateig nach Harting’schem Rezept vorbereitet und sich in der Gehzeit auf die obere Ebene der Ponte Dom Luís I gewagt, um den Sonnenuntergang anzuschauen. Mit dieser Idee waren wir nicht alleine, die Brücke und vor allem der Hang hinter der Brücke waren einfach so voll, wie bei einem Festival. Diesmal tatsächlich den Sonnenuntergang bewundernd haben wir die Zeit auf der Brücke genossen und das Farbspektakel am Himmel noch mehr. Ebenso genossen wurde dann die Pizza, deren Teig ich mit vorzüglich und Paula mit gar nicht so schlecht bewerten würde. Insbesondere der Knoblauch auf der Pizza war einfach baba. Wir haben uns dann zufällig zu Katharina an den Tisch gesetzt, die aus Köln kommt und gerade den 250km Anfänger-Camino gelaufen ist und jetzt bald wieder nach Hause fährt. Bald dazugesellt hat sich auch Hermann, ein Rettungssanitäter aus Dresden. Mit denen haben wir dann sehr cool über unsere jeweiligen Reisen/Urlaube geredet und über Hostels und wie schnieke dieses Hostel hier ist. Beide haben sich dann aber bald auf ins Bett gemacht, sodass wir bald gepackt haben für die morgige Reise nach Madrid.

Der siebenundzwanzigste Tag

Durch unseren regelrechten Großeinkauf des Vortrages konnten wir direkt in dem hübschen Hinterhof Frühstücken und uns danach auf in die Stadt wagen. Wir hatten uns dafür extra schon ein paar noice Tourisachen rausgesucht, so ging es über eine tolle Treppe runter an den Douro, über den die Ponte Dom Luís I führt, die von einem Kollegen von Gustave Eiffel geplant wurde. Am Douro gibt es auch den schönen Pier, der kommt, wenn man Porto googlet. Den sind wir auch ein wenig herunterspaziert, die Sonne hat dann aber so geballtert (Grüße an Herrn Ebeling an der Stelle), dass wir bald abgebogen sind, um zu einem kleinen Plätzchen zu gehen, auf dem es zwei hübsche Cafés gab. Die waren eigentlich gar nicht wirklich hübsch, aber an einem hübschen Ort. Der Platz, der eher eine breite Stelle an der Ministraße war, war umgeben von schönen alten Steinhäusern und die Sonne hat da, wenn nicht gerade eine Cumulus oder Stratuswolke davorgezogen ist, immer noch viel Wärme auf unserer Haut erzeugt. So sind wir nicht allzu bald weiter gezogen, um uns die Zweite Sé anzugucken, diesmal dann die Sé do Porto. Auf dem Weg dahin sind wir noch über so einen Hinterhof oder so von einer anderen Kirche gelaufen, von dem aus man einfach einen super Blick über die Stadt hatte. Den haben wir uns dann bei Maps gespeichert, um da den Abend zu genießen. Zurück zum Haus am Sé, also zur Kathedrale, die war ein bisschen interessanter, als die in Lissabon, aber auch nicht wirklich astonishing. So waren unsere Gedanken schnell wieder bei Nudeln mit Feta und Tomaten, nach denen wir, wieder im schönen Hof, Blog geschrieben und telefoniert haben. Da es dann wieder recht spät war haben wir uns nach dem Vorbereiten von Burritos mit ebendiesen an unseren schönen Kirchhinterhof begeben, weil wir eigentlich den Sonnenuntergang angucken wollten. Dafür waren wir dann ein kleines bisschen zu spät, der Himmel sah aber trotzdem wunderschön und spektakulär aus. Da haben wir bei ein bisschen Musik dann gespeist und wieder einmal ebenso köstliche Unterhaltung gepflegt. Noch erwähnenswert für den Abend ist die Katze, die da herumstreunerte und sich von Paula sogar ein wenig streicheln hat lassen und für den Nachmittag die alte Dame, die auf der Dachterrasse direkt unter dem Hinterhof einen kleinen Garten hatte, den sie sehr liebevoll gepflegt hat. Beiden hatten wir noch sehr viel länger zuschauen können.